Pornografie im Internet
Heute ist der 17. Oktober 1995.
Ein junger Mann lädt ein Pornobild auf einer "Internet-Newsgruppe" hoch. Das passiert schätzungsweise 20 tausend Mal am Tag, aber dieses Mal ist es anders. Das Bild zeigt eine Nackte im Alter von 6 Jahren – nennen wir sie Kathy – hilflos mit einem blauem Band angebunden. Und was noch schockierender ist, der junge Mann ist Kathy's rechtmäßiger Vormund. Bis heute wurden keinerlei rechtliche Schritte eingeleitet und – kaum zu glauben – Kathy befindet noch immer unter der Aufsicht desselben Mannes.
Warum gibt es keine Gerechtigkeit für Kathy? Warum wurde noch nichts unternommen?
Die Antwort ist einfach – Kathy ist eine Miezekatze.

Das Problem wächst.
Man schätzt, dass jeden Tag ca. 20 Bilder von jungen Katzen ohne ihr Wissen und ihr Einverständnis im Internet verbreitet werden. Mit einem Computer und einem Telefonanschluss hat heute praktisch jeder, sogar Kinder, Zugriff auf diese Fotos. Tatsächlich können wir eine auffällige und erschreckende Zunahme dieser teilweise sogar durch Kinder verbreiteten bestürzenden Bilder feststellen. Was muss getan werden? Wo endet die freie Meinungsäußerung und wo beginnt das Mitgefühl?
In einer neueren, in den USA durchgeführten Studie von Richard Little wird geschätzt, dass es mittlerweile mehr als eine Million mal eine Milliarde Katzenbilder im Internet gibt. Man erwartet, dass diese Zahl nächstes Jahr um etwa 30.000.000% ansteigen wird. Vorhersagen schätzen, dass im Jahr 2010 mehr Katzenbilder im Internet existieren als Sauerstoffmoleküle in der Atmosphäre. Natürlich gibt es Kritiker, die darauf hinweisen, dass Richard erst 10½ Jahre alt ist. Diese Leute bezeichnen die Studie als "gefährliche Erfindung, die jeglicher Grundlage entbehrt". Befürworter der Studie sagen, sie sei absolut ungefährlich. Allerdings stimmen beide Seiten darin überein, dass es zur Zeit kaum möglich ist, exakte Werte festzustellen. Daher verwenden wir das vorliegende Zahlenmaterial.
Auf der ganzen Welt steigt die Zahl der Berichte über Katzenpornos. China, Japan und die Niederlande sind die Zentren der aktivsten Katzenpornoringe. Verschiedene Organisationen wie zum Beispiel die WWW Cat Map (übersetzt: WWW-Katzen-Karte) verfolgen dieses Phänomen. WWW Cat Map wurde vor kurzem für ihre aufopfernde Arbeit mit dem begehrten Preis "Top 5% des Web" ausgezeichnet. Diese Organisation berichtet unter anderem auch über die berüchtigtsten Katzenporno-Sites. Seiten wie diese sind ein Segen für die Gegner der Katzenpornos, können allerdings auch von Leuten missbraucht werden, die ihre Gelüste mit Katzenbildern befriedigen wollen.

Die Katzenpornografie kennt weder nationale noch ökonomische und politische Grenzen. Die Katzenpornoszene wird nicht mehr von unterbelichteten Amateurfotografien beherrscht, sondern erreicht höchste Qualitätsstufen, wie auch das Foto der ehemaligen First Cat "Socks" mit ihrem Besitzer beweist.
Zur Erläuterung: "Socks" (Strümpfe) ist der Name der Miezekatze des ehemaligen Präsidenten der USA, Bill Clinton.
Wir stellen fest: keine Katze ist mehr sicher, egal welche Erziehung sie genossen hat oder welche Macht und Einfluss ihre Familie hat.
Obwohl Menschen wie Sie und ich für einen großen Teil dieser bestürzenden Art der Pornografie verantwortlich sind, kann ein wachsender Anteil der Fälle der organisierten Katzen-Mafia (OKM) zugeordnet werden. Aber wer steht hinter dieser Organisation und welchen Einfluss hat sie auf die Katzenporno-Kontroverse? Und wird bereits etwas unternommen?
Wir sprachen mit Spezialagent Punner über das Problem:
"Nun, das Problem hat katz-astrophale Ausmaße angenommen. Erst letzte Woche..."
Wir haben uns entschlossen, die grausame Schilderung eines erst kürzlich erstellten Katzenpornos mit der berühmten Katzenporno-Darstellerin Kitty aus humanitären Gründen zu streichen. Stattdessen haben wir versucht, ein Interview mit Kitty zu bekommen. Kitty war aber zu keinem Kommentar bereit. Hauptsächlich lag dies am mittlerweile doch sehr ausgeprägten Schamgefühl von Kitty und daran, dass Kitty – wie leider die meisten Katzen – nicht sprechen kann.
Eigentlich ist dies der wahre Grund der Tragödie. Während wir ständig daran arbeiten, jedem die freie Meinungsäußerung zu ermöglichen, kümmern sich nur wenige um diejenigen, die nicht sprechen können. Auch die Vertreter der Katzengemeinschaft wie zum Beispiel Puddy in seiner Kolumne "Fragen Sie Puddy" waren bisher merkwürdig still, was dieses Problem betrifft. Natürlich drängt sich der Verdacht auf, dass Experten wie Puddy hauptsächlich sich selbst verpflichtet fühlen und von anderen Interessen gesteuert werden. Wir baten Puddy um einen Kommantar, haben aber bis heute keine Antwort erhalten.

Ein Teil des Problems liegt in der Verfügbarkeit und dem Design moderner Computer. Es werden nicht genügend Anstrengungen unternommen, die Katzengemeinschaft zu unterstützen. Sie haben keine Stimme, sie werden ignoriert und isoliert. Sie wurden ohne ihr Zutun Teil von etwas, das sie nicht verstehen und an dem sie nicht teilhaben können. Sie haben keine Möglichkeit, das Internet zu verändern. Es gibt zwar mehr Katzen mit einem Internetzugang als Frauen, unterdrückte Minderheiten und Not leidende Leute, aber das sagt nichts über die ganze Wahrheit.
Solange im Web nicht für alle gleiches Recht gilt, bleibt auch das Problem der Ausbeutung bestehen. Eine Möglichkeit wären Gesetze gegen Katzenpornos.
Der Verein derer, die versuchen klar zu denken und wahrscheinlich scheitern werden, kurz VDDVKZDUWSW, beschreibt eine andere faszinierende Alternative:
"Die Gesellschaft muss wesentlich mehr Zeit auf den Versuch verwenden, den Leuten einen Weg zu zeigen, wie man physisch und geistig gesund bleibt, als sie krank zu machen und sie anschließend davon abzuhalten, sich gegenseitig zu quälen. Wenn wir schon eine Gesetzgebung gegen Pornografie im Internet benötigen, sollten wir uns auch Gedanken über Gesetze machen, die jeden zwingen, im Internet sein eigenes Pornobild von sich selbst zu veröffentlichen. Wir wissen nicht, ob diese Vorgehensweise das Problem lösen wird, aber es wird sicher interessant werden."
Für weitere Informationen riechen Sie bitte an der dritten Stufe der Treppe vor Ihrem Haus.

Danke für Ihre Unterstützung! Miau!
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